Kontinuierliche Überwachung systemischer Risiken im globalen Finanzsystem durch das Standing Committee on Assessment of Vulnerabilities (SCAV). Halbjährlicher Risikobericht, Early-Warning-Mechanismen, Koordination mit IWF und BIZ.
Entwicklung politischer Empfehlungen und Regulierungsrahmen für systemrelevante Risiken. Der FSB koordiniert Standardsetter (BCBS, IOSCO, IAIS) und entwickelt eigene Standards wie TLAC oder Crypto-Asset-Rahmenwerke.
Überwachung der Umsetzung vereinbarter Standards in den Mitgliedsjurisdiktionen. Das Standing Committee on Standards Implementation (SCSI) führt Peer Reviews und thematische Überprüfungen durch.
Übergeordnete Koordination der internationalen Standardsetter, um Lücken zu schließen, Überschneidungen zu vermeiden und politische Kohärenz sicherzustellen. Der FSB fungiert als Meta-Koordinator des globalen Regulierungssystems.
Jährliche Identifikation durch FSB in enger Abstimmung mit BCBS auf Basis eines Score-Modells mit fünf gleichgewichteten Indikatorkategorien:
| Bucket | HLA-Aufschlag (CET1) | Beispiele 2025 |
|---|---|---|
| 1 | 1,0 % | UniCredit, BBVA, ING, Santander |
| 2 | 1,5 % | Deutsche Bank, Goldman Sachs, Barclays |
| 3 | 2,0 % | Bank of America, BNP Paribas |
| 4 | 2,5 % | JPMorgan Chase, HSBC |
| 5 (leer) | 3,5 % | Abschreckungsbuffer – derzeit unbesetzt |
Der Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC)-Standard wurde 2015 vom FSB verabschiedet und verpflichtet G-SIBs, ausreichend Verlustabsorptionskapital vorzuhalten, das im Abwicklungsfall herangezogen werden kann – ohne Steuerzahlermittel (Bail-in statt Bail-out).
Der Minimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities (MREL) ist die EU-Entsprechung zu TLAC unter der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) II und dem Single Resolution Mechanism (SRM).
Non-Bank Financial Intermediation umfasst alle Kreditvermittlungsaktivitäten außerhalb des regulierten Bankensektors. Der FSB unterscheidet:
Reformempfehlungen 2012 und 2021: Swing Pricing, Liquiditätspuffer, NAV-Aufschläge
Liquidity Management Tools (LMT) 2023: Anti-Dilution-Gebühren, Gate-Mechanismen, Redemption-in-Kind
Analysework zu prozyklischen Margin-Praktiken; Empfehlungen 2022 für Central Counterparties
Nach dem Kollaps von TerraLUNA (2022) und FTX (2022) verabschiedete der FSB 2023 ein umfassendes Framework für Krypto-Asset-Aktivitäten:
Bereits 2020 (updated 2023) veröffentlichte der FSB Empfehlungen für Global Stablecoins (GSCs) mit systemischem Potential:
Der FSB analysiert Decentralised Finance (DeFi) auf systemische Risiken, ohne vorzeitig regulatorische Schlüsse zu ziehen. Kernbefunde des DeFi-Reports 2023:
Leverage und Liquiditätsmismatch in DeFi-Protokollen
Verflechtung DeFi/TradFi nimmt zu; Contagion-Risiken wachsen
Dezentralisierung erschwert Identifikation regulierbarer Akteure
Der FSB entwickelt seit 2022 ein Common Format for Incident Reporting Exchange (FIRE) zur Standardisierung grenzüberschreitender Cyber-Incident-Meldungen. Ziel: Doppelmeldungen reduzieren, Qualität verbessern.
Konzentration auf wenige Cloud-Anbieter (AWS, Azure, Google Cloud) gilt als systemisches Risiko. FSB-Report 2023 identifiziert Handlungsfelder:
| Rahmenwerk | Jurisdiktion | Bezug zum FSB-Ansatz |
|---|---|---|
| DORA | EU | Weitgehend konsistent; TLPT-Anforderungen über FSB-Empfehlung hinaus |
| SR 23-1 | USA (Fed) | TPRM-Guidance, Incident-Notification in 36h |
| MAS TRM | Singapur | Technology Risk Management Guidelines – Pionier für APAC |
Seit 2021 verfolgt der FSB eine strukturierte Klimaagenda mit vier Arbeitssträngen:
Die Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) wurde 2017 vom FSB gegründet und hat globale Berichterstattungsstandards geprägt. 2023 übergab der FSB die Aufgabe an das International Sustainability Standards Board (ISSB):
Immobilienportfolios in Überschwemmungsgebieten; Versicherungslücken; Kreditausfälle durch Extremwetterereignisse
Abrupte Dekarbonisierungspolitik; Stranded Assets bei fossilen Krediten; Repricing von Karbonrisiken
Klimaereignisse als Auslöser systemischer Krise; Scenario Analysis als Aufsichtsinstrument
Der FSB koordiniert gemeinsam mit CPMI die G20 Roadmap for Enhancing Cross-Border Payments mit 19 Building Blocks in fünf Prioritätsbereichen:
| Mechanismus | Beteiligte | Funktion |
|---|---|---|
| Plenary-Berichte | FSB, BCBS, IOSCO, IAIS, CPMI | Standardsetter berichten an FSB-Plenum über Fortschritt |
| Joint Working Groups | Verschiedene Kombinationen | Gemeinsame Arbeitsgremien für cross-sektorale Themen |
| G20-Berichte | FSB (koordinierend) | Konsolidierter Bericht aller Standardsetter an G20-Finanzminister |
Länderbezogene Reviews bewerten die Umsetzung vereinbarter internationaler Finanzstandards und G20-Verpflichtungen in einer Jurisdiktion. Methodisch:
Thematische Reviews analysieren die Umsetzung spezifischer FSB-Standards oder -Empfehlungen quer über alle Mitgliedsjurisdiktionen:
Senior Beamte aus anderen Mitgliedsjurisdiktionen leiten Reviews – unabhängig vom Sekretariat
Fragebogen, Dokumentenanalyse, Stakeholder-Interviews, Vor-Ort-Besuche bei komplexen Reviews
Peer Pressure und Reputationseffekte als Durchsetzungsmechanismus – keine formellen Strafmaßnahmen
| Publikation | Frequenz |
|---|---|
| Annual Report – Gesamtüberblick Arbeitsprogramm und Ergebnisse | Jährlich (Nov.) |
| Global Monitoring Report on NBFI | Jährlich (Dez.) |
| G-SIB-Liste | Jährlich (Nov.) |
| Vulnerabilities Assessment | Halbjährlich |
| Implementation Progress Report | Jährlich (Sept.) |
| Cross-Border Payments Progress Report | Jährlich (Okt.) |
| Crypto-Asset Report | Jährlich |